NLP eine allgemeine Betrachtung

Mittwoch, 6 Februar, 2013 |  by  |  Training und Coaching  | 

Definition

Direkt übersetzt heißt NLP: Neurolinguistisches Programmieren.

  • Neuro steht für unser neuronales Netzwerk, also das Gehirn.
  • Linguistisch meint die Sprache, das Sprechen und ist ein wichtiges, wenn nicht sogar das zentrale Element, bzw. ein aus Sicht des NLP im Fokus befindlicher Teil eines jeden Menschen.
  • Programmieren meint die Beeinflussbarkeit von Emotionen, Verhaltensmustern, Einstellungen und Ideen mit Hilfe von Sprache, Bildern und Vorgehensweisen, sprich therapeutischen oder beratenden Interventionen.

Das Neuro-Linguistische Programmieren ist ein mittlerweile weltweit anerkanntes Konzept für Kommunikation und Veränderung, das heute ganz besonders von den Menschen nachgefragt und genutzt wird, die beruflich mit Kommunikation zu tun haben. Dies sind sowohl Menschen in heilenden oder beratenden Berufen als auch Menschen außerhalb dieser Sparte, wie z.B. aus dem Vertrieb oder Verkauf.

NLP untersucht die Muster oder die Programmierung, die durch die Interaktion zwischen dem Gehirn (Neuro), der Sprache (Lingua) und dem Körper kreiert wird, und die sowohl effizientes als auch ineffizientes Verhalten produzieren können.

Die Fertigkeiten und Techniken des NLP entstanden durch Beobachtung vorrangig dreier zu damaligen Zeiten extrem erfolgreichen Therapeuten (s. Entstehung) und sind daher sehr therapeutisch geprägt.

Wikipedia schreibt zu NLP: “NLP ist eine Sammlung von Kommunikationstechniken und Methoden zur Veränderung psychologischer Abläufe im Menschen.”Desinteresse wird zu Motivation - NLP

Entstehung

Zwei Studenten, Richard Bandler studierte Mathematik und John Grinder Linguistik, lernten sich in den 70er Jahren an der University of California kennen. Grinder war zeitweise Assistent bei Gregory Bateson, der den beiden letztendlich den Auftrag gab, herauszufinden wieso die drei damals wohl erfolgreichsten amerikanischen Therapeuten Fritz Perls (Gestalttherapeut), Virginia Satir (Familientherapeutin) und Milton H. Erickson (Hypnotherapeut), wohl so erfolgreich seien. Die beiden Studenten stürzten sich nach anfänglicher Skepsis mit großer Begeisterung in diese Aufgabe und protokollierten hunderte von Sitzungen dieser drei Therapeuten. Sie nannten das Projekt “das Studium über die Struktur subjektiver Erfahrung” und machten erstaunliche Beobachtungen.

Bandler und Grinder analysierten vor allem die Sprache und die Körpersprache dieser drei Therapeuten und konnten aus deren Vorgehen bestimmte Interventionstechniken herausfiltern.

Sie fanden heraus, dass alle drei Therapeuten sehr eigene Sprachmuster benutzten, hochspezialisierte Methoden anwendeten und nicht nur durch ihr Charisma sondern eben gerade durch die Mischung all der bekannten Faktoren sehr erfolgreich therapieren konnten. Die Körpersprache und die Sprachmuster ergaben für Bandler und Grinder die maßgebliche Grundlage für ihr neues Modell,  was sie dann kurz als NLP benannten.

Grundannahmen im NLP

Als die wichtigsten Grundannahmen des NLP gelten laut Thies Stahl:

  • Menschen reagieren auf ihre subjektive Abbildung der Wirklichkeit und nicht auf die äußere Realität.
  • Geist und Körper sind Teile des gleichen kybernetischen Systems und beeinflussen sich wechselseitig.
  • Viele Verhaltensmöglichkeiten sind wichtig, weil ein System immer von dem Element kontrolliert wird, das am flexibelsten ist.
  • Ein Mensch funktioniert immer perfekt und trifft stets die beste Wahl auf der Grundlage der für ihn verfügbaren Informationen.
  • Jedem Verhalten liegt eine positive Absicht zugrunde, und es gibt zumindest einen Kontext, in dem es nützlich ist.
  • Das Ergebnis von Kommunikation ist das Feedback, das der einzelne bekommt; Fehler oder Versagen gibt es nicht.
  • Kann ein Mensch lernen, etwas Bestimmtes zu tun, können es grundsätzlich alle Menschen.
  • Menschen verfügen über alle Ressourcen, die sie brauchen, um eine von ihnen angestrebte Veränderung zu erreichen.

 

Eine für mich besonders beachtenswerte Grundannahmen:

 

 Die Landkarte ist nicht das Gebiet.

 

Sprich, das was der Mensch zu einer Situation denkt, entspricht nicht der tatsächlichen Wahrheit. Wie schon oben erwähnt, die Abbildung der Wirklichkeit ist immer subjektiv.

Anwendungsgebiete von NLP

NLP wird heutzutage in vielfältigsten Kontexten angewendet. Sowohl im beruflichen als auch im privaten Kontext gibt es viele Anknüpfungspunkte. Damals als rein therapeutische Methode entwickelt, stellte sich schnell heraus, dass es für alle Menschen, die in ihren Berufen häufig kommunizieren von Bedeutung sein kann. Vor allem der Vertrieb und der Verkauf profitieren bis heute von den Methoden und Annahmen des NLP.

Da sich NLP im weitesten Sinne mit menschlicher Kommunikation befasst, entwickelt sie sich auch stets weiter, passt sich den Begebenheiten an und kann als vielfältige und ungemein komplexe Methodensammlung angesehen werden. Sehr viele Elemente die in Verkaufsschulungen oder auch therapeutischen Kontexten vorkommen, sind theoretisch auf die Sammlung des NLP zurückzuführen.

Ein sehr wichtiges Element des NLP ist, auf körpersprachlicher Ebene eine gute Verbindung zum Gegenüber aufzubauen. Dieses Element kann selbstverständlich als Verkaufsmittel eingesetzt werden, auch wenn es gleichermaßen und im Grunde für therapeutische Zwecke gedacht war und entwickelt wurde.

Beispiele von NLP-Methoden

Rapport

Rapport meint einen “guten Draht” zu seinem Gegenüber. In dem Moment wo wir im Einklang sind, wo wir uns verstehen, sind wir im Rapport. Dorthin gibt es Wege, gezielte Anwendungsmöglichkeiten. Man kann den Rapport fördern mit:

  • Pacing

    Jeder Mensch verfügt über eigene Sprachmuster und über eigene körpersprachliche Verhaltensweisen. Bei der Anwendung von Pacing werden die Verhaltensweisen des Gegenübers zunächst beobachtet und eruiert. Im Anschluss wird darauf insofern eingegangen, dass auf gewisse Verhaltensweisen geachtet, bzw. diese sogar imitiert werden. Jeder Klient soll dort abgeholt werden wo er sich befindet, dies ist natürlich am besten möglich, wenn die gleiche Sprache benutzt wird, gleiche Wörter, ähnliche Formulierungen und eventuell sogar eine ähnliche Körpersprache.

  • Leading

    Für das Leading muss zuerst Rapport aufgebaut sein, bzw. es muss eine Weile Pacing betrieben worden sein. Sollte nun jemand bspw. Sehr verschlossen auftreten, sich körpersprachlich sehr geschlossen und sprachlich sehr sparsam verhalten, dann kann körpersprachlich in eine andere Richtung beeinflusst werden, indem eine offene Körperhaltung eingenommen wird. Leading eröffnet dazu aber auch noch eine andere Ebene, die von Kritikern auch als Manipulation angesehen wird. Klar ist, dass in dem Moment wo Führung in einem Gespröch übernommen wird, im therapeutischen Kontext die Sinnhaftigkeit klar ist, wohingegen in einem Verkaufsgespräch die Sinnhaftigkeit bzw. die moralische Relevanz fraglich wird. Im therapeutischen ist es jedenfalls möglich, den Klienten durch Leading zu einer neuen Betrachtungsweise zu verhelfen.

Innere Bilder, Sinne und Submodalitäten

Um sich innere Prozesse zu verdeutlichen wird der Klient angeleitet, sich die Inhalte seiner inneren Bilder bewusst zu machen. Diese Bilder werden u.a. nach der Art der Sinneswahrnehmung differenziert. Diese verschiedenen Sinneswahrnehmungen werden Sinnesmodalitäten genannt und die Unterteilung derselben wird als Submodalitäten bezeichnet. Der Klient soll nun in die Lage versetzt werden, seiner inneren Bilder durch die Veränderung der Submodalitäten gezielt zu verändern. Eine selbstbestimmt Lösung ist das Ziel.

Reframing

Hierunter wird die Umdeutung eines Sachverhaltes verstanden. NLP geht davon aus, dass vergangene Sachverhalte nicht veränderbar sind. Was jedoch veränderbar ist, sind die Deutungen dieser Vergangenheit. Beim Reframing wird sowohl mit inneren Bildern gearbeitet, die dann in ihrer z.B. visuellen Qualität verändert werden, als auch mit äußeren Bildern, die dann bewusst und aktiv verändert werden.

Fazit

NLP erschließt sich als geniale Methodensammlung. Für beinahe jeden Menschen ist aus meiner Sicht etwas dabei, sowohl privat als auch beruflich relevant. Ich kann jedem nur empfehlen sich mit dieser Thematik eingehender zu beschäftigen, denn: wir kommunizieren alle, wir haben alle mindestens ein Gehirn – dann lassen Sie uns das auch nutzen!

Für weitere Informationen dürfen Sie gerne auf mich zukommen:

SinnDiskret – Daniel Scholz

 

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